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  Haltung
 



Furcifer Pardalis gehört mit zu den größeren und "einfacher" zu haltenden Chamäleonarten, als Einsteigertier in die Terraristik sind alle Chamäleons allerdings nur bedingt geeignet. 

Das Essentielle bei der Chamäleonhaltung ist eine hochwertige Beleuchtung, viel Platz und eine dichte natürliche Bepflanzung mit vielen verschiedenen Klettermöglichkeiten.
 
Die Tiere lassen sich in Glasterrarien, selbstgebauten Holzterrarien, Vollgaze-Behältern oder auch frei im Raum halten. Jede Variante bringt seine Vor-und Nachteile mit.

Generell gibt es viele verschiedene Meinungen zu der Haltung von Pantherchamäleons. Weiter unten stellen wir unsere Haltungsmethoden und -ansichten vor, die sich bei uns auf Dauer bewährt haben, aber teilweise von der Literatur abweichen.

 
Terrarium:
 
Als Mindestgröße sollte man für ein ausgewachsenes Männchen ca. 80 x 60 x 100 cm und für ein Weibchen 60 x 50 x 100 cm einrechnen, da die Tiere jedoch sehr aktiv sind, ist ein größeres Becken von Vorteil. 
Laut Vorschrift genügen Maße von B x T x H von 4 x 2 x 4 der Kopfrumpflänge des zu haltenden Tieres. Als Beispiel für ein ausgewachsenes Männchen mit ca. 20 cm Kopfrumpflänge (also ca. 40 cm Gesamtlänge) benötigt man somit als Minimum ein Becken mit der Größe 80 cm x 40 cm x 80 cm. Dies ist allerdings sehr knapp bemessen und sollte deutlich überschritten werden. Für eine Gruppenhaltung haben wir Terrarien mit mindestens 120 cm x 60 cm x 120 cm und größer im Gebrauch.
Jungtiere sollte man in Behältnissen entsprechend ihrer Körpergröße halten. Auch hier gilt lieber ein Nummer größer wählen - bei reichhaltiger Futterversorgung - als zu klein (z.B. kleine Plastikdosen mit Strumpf o.ä.).

Wir halten unsere Tiere in Standard-Glasbecken. Durch die Lüftungsflächen vorne und im Deckel findet ein ausreichender und langsamer Luftaustausch statt und die Luftfeuchtigkeit bleibt konstant hoch. Die oft empfohlenen Gaze-Terrarien bzw. Becken mit kompletten Deckel aus Gaze trocknen schnell ab und sind meiner Meinung nach für einen "Regenwald"-Bewohner nicht optimal geeignet, denn Panther benötigen einen eher langsamen Luftaustausch. Im Gegensatz zu vers. Hochland- Chamaeleonarten (Johnstonii, Jacksonii, usw.) benötigen Pantherchamäleons ein ganz anderes Klima und sind in der Haltung nur bedingt vergleichbar. 
 
Alle Terrarien (egal ob groß oder kleines Aufzuchtbecken) sollte man dicht mit verschiedenen (ungedüngten) Zimmerpflanzen begrünen; dies sieht nicht nur gut aus, sondern steigert auch die Luftfeuchtigkeit und verbessert das Terrarienklima. Bei mehreren Tieren muß man darauf achten, daß sich die Echsen zurückziehen und sich dem Sichtkontakt entziehen können. Als Bodengrund eignet sich sehr gut Humus oder Terrarienerde (besetzt mit Springschwänzen), bei trächtigen Weibchen sollte mindestens eine Höhe von 20 cm aufgeschüttet werden.
 
Ebenso gehört zur Terrarienausstattung eine Vielzahl von verschieden dicker Kletteräste (z.B. Korkäste, Korkenzieherhasel, vers. Obstbäumen).
 

Einzel- oder Paarhaltung:

Alle Chamäleons sind in der Natur Einzelgänger, in entsprechend großen Behältnissen lassen sich allerdings auch kleine Gruppen mit einem Männchen und mehreren Weibchen halten. 
Unserer Ansicht nach können sich kleine Gruppen in einem großzügig dimensionierten und bepflanzten Becken sehr wohl fühlen und zeigen auch ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Männchen lernen nach kurzer Zeit auf die Körpersprache der Weibchen zu reagieren (hochschwangere Weibchen sollte man einzeln halten) und wenden sich bei Abwehr- bzw. Drohverhalten ab. 
Bevor man dauerhaft eine Gruppe vergesellschaftet, sollte man die Tiere vorher tagelang unter Aufsicht begrent zusammen setzen und beobachten. Natürlich sind auch nicht alle Tiere vergesellschaftungsfähig. Ein Extra-Terrarium sollte bei Unstimmigkeiten immer zur Verfügung stehen.
Adulte Männchen aus strikter Einzelhaltung (die nur eventuell zur Paarung ein Weibchen sehen) haben eventuell dieses Verständnis nicht und machen bei dem Anblick eines Weibchens keine Kompromisse und es kommt schnell zu Beißereien.

Untereinander sind Männchen absolut unverträglich, man sollte auch darauf achten, daß sie keinen Sichtkontakt zueinander haben.
 
 
Beleuchtung:
 
Um die notwendigen Temperaturen zu erreichen, verwenden wir eine Kombination aus Tageslicht (Einbauspot, Röhre oder Energiesparlampe) und UV Spot (z.B. UV Powersun 100 Watt). Eine Verwendung von HQI oder HQL Lampen ist sicherlich auch möglich, jedoch ist das Licht sehr grell und intensiv. Da Pantherchamäleons Regenwaldbewohner sind und sich die meiste Zeit nicht im direkten Sonnenlicht aufhalten, sollte man das Becken nur punktuell stark ausleuchten und auch einige dunklere Schattenplätze einrichten.
 
Sehr wichtig bei Chamäleons ist eine Bestrahlung mit hochwertigem UV Licht. Ohne eine entsprechende UV Strahlung können die Tiere die Vitamin- und Calciumzugaben nicht synthetisieren. Falls man ausschließlich mit herkömmlichen Spots arbeitet, sollte man die Pantherchamäleons mehrmals in der Woche mit einer Osram Vitalux 300 W aus ca. 80 cm für 10-15 Minuten bestrahlen.
 
Unsere Becken werden ca. 12 Stunden täglich beleuchtet und der UV Spot befindet sich auf einer Seite, um ein Temperaturgefälle und Schattenzonen zu schaffen. So entstehen Temperaturen von punktuell 35 Grad bis 22 Grad im unteren schattigen Teil. Nachts fallen die Temperaturen um ca. 5-8 Grad.
 
Alle Beleuchtungselemente sollten gut gesichert und nicht für das Chamäleon erreichbar sein. Auf den Einsatz von Heizmatten, Kabeln, Elstein-Strahlern, usw. sollte man verzichten. 
 
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Luftfeuchtigkeit:
 
Pantherchamäleons bewohnen die Regenwaldgebiete Madagaskars und benötigen eine durchschnittliche Luftfeuchtigkeit von tagsüber 60-80 %, die durch mehrmals tägliches Besprühen mit lauwarmen Wasser erreicht wird. Das Terrarium sollte aber immer zwischendurch abtrocknen können, damit keine Staunässe entsteht.
 
 
Ernährung:
 
Als Futter eignen sich Insekten in entsprechender Größe (Heimchen, Heuschrecken, Schaben, Fliegen, usw.). Alle Futtertiere müssen täglich mit speziellen Vitamin- und Kalziumzugaben aufgewertet werden. Mehlwürmer, Zophobas oder Wachsmottenlarven führen bei übermäßiger Fütterung schnell zur Verfettung. 

Bei mehreren Tieren lohnt es sich einige Futtertiere selber zu züchten. Ebenfalls sollte man darauf achten, daß man die Futtertiere sehr hochwertig ernährt, da es dem Chamäleon sehr zu gute kommt.
 
Einige Pantherchamäleons nehmen auch geringe Mengen Obst (Banane, Kiwi, Trauben, usw.) an.
 
Wasser nehmen die Tiere über das tägliche Besprühen bzw. dem Morgentau sowie über die Futtertiere auf. Zusätzlich kann man den Reptilien auch über eine Tropftränke oder per Hand mit einer Plastikpipette Wasser verabreichen. Eine Regenanlage kann man auch verwenden (aber keinen Nebler). Stehendes Wasser wird von Chamäleons selten registriert.
 

 
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