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  grüner Baumpython
 



Grüne B
aumpythons

lat. morelia viridis



Allgemeines:

Grüne Baumpythons (auch früher Chondropython genannt) zählen zu den Riesen- bzw. Würgeschlangen, obwohl die Tiere mit 1,30 - 2 m recht kleinbleibend sind. Angepasst an ihr striktes Leben in den Bäumen sind die Tiere eher schlank gebaut und verbringen den kompletten Tag in ihrer typischen zusammengerollten Art auf waagerechten Ästen. Nach dem Erlischen der Beleuchtung werden die nachtaktiven Lauerjäger munter und nehmen eine Art Angriffshaltung an, aus der sie etwa 2/3 ihrer Körperlänge hervor schnellen können. Nachts nehmen die Tiere durch ihren feinen Geruchssinn und ihre ausgeprägten Grubenorgane (eine Art "Infrarot") mögliche Beute ins Visier. Aus diesem Grund sollte man alle Arbeiten in und am Terrarium auf den Tag beschränken. 
Die Jungtiere der grünen Baumpythons, auch Neonaten genannt, sind meist leuchtend gelb, rot oder kastanienbraun gefärbt. Mit dieser auffälligen Färbung tarnen sich die Jungtiere als Blüten (Memese) vor Freßfeinden. Die Neonaten ködern mit ihrem dunkel gefärbten Schwanzende, welches sie wie einen Wurm bewegen, kleine Frösche und Echsen. Erwachsene Baumpythons ernähren sich hauptsächlich von Säugetieren und Vögeln.


Grüne Baumpythons gelten als aggressiv, schwierig zu halten, sensibel und sind nur etwas für die Profis der Terraristik. Ich persönlich kann das nicht bestätigen, denn mit einem sehr gut funktionierenden Regenwaldterrarium, gemäßigter Fütterung und einem ruhigen Umgang mit den Tieren sind die Schlangen (wenn es sich um stabile Nachzuchten oder eingewöhnte Wildfänge handelt) durchaus gut zu halten. Als erstes Terrarientier eignen sich die schönen Baumschlangen allerdings weniger. Bedingt durch ihre leichte Reizbarkeit gehen die Tiere fast immer gut ans Futter. Morelia Viridis kann bei guter Haltung über 15 Jahre alt werden.


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Die Tiere stehen unter Artenschutz - Anhang B - und müssen bei der unteren Landschaftsbehörde gemeldet werden.


Haltung:

Grüne Baumpythons benötigen ein sehr gut eingespieltes Regenwaldterrarium, indem alle Parameter passen müssen. Die Temperatur sollte tagsüber konstant bei 25 bis 28 Grad liegen (punktuell bis 35 Grad). Mehrere Temperaturbereiche müssen geschaffen werden, zwischen denen die Schlangen frei wählen können. Nachts sollten die Temperaturen um 5 Grad abfallen. Sehr wichtig ist auch die Luftfeuchtigkeit, die immer über 70 % gehalten werden sollte. Nach dem täglich mehrfachen Besprühen bzw. Beregnen steigt die Luftfeuchtigkeit kurzfristig auf fast 100 %, jedoch sollte sich dann das Terrarium langsam wieder abtrocknen können. Viele tropische Pflanzen (z.B. Bromelien, Einblatt, Grünlilien, Philodendron, Farne, Orchideen, usw.) helfen zusätzlich zum Erhalt des tropischen Klimas.

Jungtiere sollte man etwas wärmer und feuchter halten (tagsüber 30 Grad, nachts 26 Grad, LF 80-100 &). 

Die Größe des Terrariums sollte für ein ausgewachsenes Tier mindestens 100 x 50 x 100 cm betragen, für ein Pärchen oder eine kleine Gruppe sind Becken von mindestens 120 x 60 x 100 cm gut geeignet. Diese Paar- oder Gruppenhaltung kann unter Umständen die Paarungsbereitschaft der Tiere verringern, wobei es da auch verschiedene Meinungen gibt.

Baumpythons werden mit Mäusen und Ratten entsprechend ihrer Größe gefüttert. Eine Überfütterung sollte man vermeiden. Die sehr inaktiven Tiere haben einen niedrigen Stoffwechsel und verfetten schnell - weniger ist hier mehr.

Unsere adulten Tiere halten wir in einem großen Gemeinschaftsbecken mit 130 x 60 x 130 cm und die juvenilen Schlangen in Exo Terra Terrarien (mit stark verkleinerten Lüftungsflächen) mit 45 x 45 x 60 cm.

Von einer sterilen bzw. zweckmäßigen Haltung (keine Quarantäne) z.B. in kleinen Glasbecken mit PVC-Rohren als Liegeflächen und Zeitungspapier als Bodengrund halte ich persönlich nicht so viel, denn diese Juwelen der Terraristik kommen erst so richtig in einem tropisch bewachsenen und geräumigen Becken zur Geltung.


Lokalformen

Morelia Viridis ist in Teilen Indonesiens und auf der Cape York Halbinsel Nordaustraliens beheimatet. Aufgrund der isolierten Biotope der kleinen Inselgruppen unterscheidet man mittlerweile verschiedene Lokalformen, die sich teilweise in Aussehen und Färbung deutlich bestimmen lassen.

Aru:

Diese Tiere stammen von den namensgebenden Aru-Inseln. Mit einer Länge von bis 150 cm (Männchen bleiben deutlich kleiner) zählt diese Lokalform zu den kleinbleibendsten. Auch sagt man den Schlangen ein relativ ruhiges Gemüt nach. Die Tiere sind hell- bis dunkelgrün gefärbt und weisen oft mehr oder weniger weiß gefärbte Schuppen auf dem Rücken auf. Der Schwanz ist kurz, verdickt und ohne den typischen anders gefärbten Köder. Die Neonaten der Arus sind meist gelb und färben sich zwischen 6 und 18 Monaten um. Neben den Sorongs zählen diese Tiere zu den beliebtesten Lokalformen und werden relativ häufig nachgezüchtet.

Sorong:

Grüne Baumpythons der Sorong-Form stammen von der Vogelkop-Halbinsel im Westen von Irian Jaya und zeichnen sich durch ein meist blaues Rückenband mit blauen Keilen auf einem hell- bis dunkelgrünen Untergrund aus. Sorongs sind mit bis zu 160 cm Körperlänge relativ kleinbleibend und zeichnen sich durch ein ruhiges Wesen und einen langen, dünnen Schwanz aus. Jungtiere entwickeln sich ähnlich der Arus. Weibchen färben sich teilweise während der Trächtigkeit in ein wunderschönes stahlblau um, wobei diese Grundfärbung wieder zurück geht.               

Biak:

Von der Insel Biak stammende Tiere werden mit knapp 2 m sehr groß und gelten als agressiv und leicht reizbar. Biak-Tiere sind deutlich durch ihre ausgeprägtere Kopfform und einen mehr oder weniger hohen Gelbanteil zu erkennen. Auch weisse Schuppen können vorhanden sein.                                                                                

Yapen:

Diese Tiere ähneln sehr stark den Tieren der benachbarten Insel Biak, haben aber häufig einen höheren Weißanteil. Die Tiere werden eher selten angeboten.

Jayapura:

Grüne Baumpythons dieser Lokalform stammen aus dem Norden von Irian Jaya. Die Tiere ähneln in der Anatomie und Verhalten stark den Sorongs, unterscheiden sich allerdings durch eine einheitlich grüne Färbung mit wenig Muster oder weisser Beschuppung.

Wamena/ Karubaga:

Die Lokalform Wamena oder Karubaga ähnelt aüßerlich sehr dem Sorong, weist jedoch einige Unterschiede auf. Die Tiere leben in höheren Bergregionen in etwas kühlerem Klima. Das typische blaue Rückenband weist ein Zick-Zack-Muster auf, daß einige weisse und gelbe Schuppen umschließt. Die Jungtiere sind häufig dunkelrot bis braunrot gefärbt.

Cape York/ Merauke:

Diese Tiere stammen aus dem Süden von Irian Jayas und dem Norden Australiens und zeichnen sich durch ein teilweise durchgehendes weisses Rückenband aus.

Kafiau:

Gelbe Tiere, auch "Canary" genannt, .....

Die hier angebenen Lokalformen gelten mittlerweile mehr als Typbeschreibung, denn die detailierte Herkunft ist meist nicht lückenlos zurück zu vollziehen.


Zucht:

Grüne Baumpythons werden mit ca. 2-3 Jahren geschlechtsreif. Weibchen sollte man aber erst nach ca. 4 Jahren verpaaren.

Um die Paarungsbereitschaft auszulösen, senkt man über einen längeren Zeitraum die Tagestemperatur um ca. 3 Grad und verringert auch etwas die Beleuchtungsdauer. Das Männchen stellt die Nahrungsaufnahme meistens ein, wogegen das Weibchen einen erhöhten Futterbedarf verspürt. Die Paarung erfolgt nachts und kann bis zu 15 Stunden dauern und wiederholt sich mehrere Male. Die Eiablage erfolgt meist nach ca. 3 Monaten, ca. 2 Wochen vor der Eiablage häutet sich das Weibchen, spätestens jetzt sollte dem Weibchen eine Bruthöhle angeboten werden. Die Menge der Eier kann zwischen 10 und 30 Eier betragen, die Jungtiere schlüpfen zwischen 45 und 55 Tagen. Nun gibt es 2 Arten der Zeitigung: die Naturbrut durch das Weibchen (wodurch das Weibchen die komplette Brutzeit weiter fastet) oder die künstliche Inkubation.


Bilder Biaks:

Hier sind ein paar Bilder von unseren wunderschönen Biaks, die Tiere sind mittlerweile ca. 2 Jahre alt und haben einen hohen Gelbanteil.








Bilder Sorongs:

unsere "2-köpfige" Sorong-Gruppe:




unser Männchen "Carlos"




unser Kleinster:
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Buchempfehlungen:

"Morelia Viridis - Das Kompendium" von Greg Maxwell, Edition Chimaira Verlag

"Grüner Baumpython und Grüne Hundskopfboa" von Kirschner & Seufer Verlag

"Der grüne Baumpython" von Markus Weier und Ralf Vitt, Herpeton Verlag

 
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